da bin ich. auf der wienzeile und bieg ein nach rechts_salztor. leider leider, wirre innere stadt – erwisch ich die abzweigung dank ungenüngender recherche im salztor zu früh und finde zurück auf die zeile. leck oasch einbahndschungel. gerade aus auf der wienzeile, weil so ungefähr weiß ich ja, wo die rotenturmstraße ist. „nächste möglichkeit rechts“ sagt mir der fahrschullehrer von viel früher. also dann – am fleischmarkt. auf den parker der kanadischen botschaft. das funktioniert. ich gehe gradaus und komme an. läute an der eingangstüre – AH! der läuter ist mit dem öffner gekoppelt. sinnvoll. ich läute nochmal und drücke die türe, gehe in den ersten stock und läute nochmal. meine liebe freundin öffnet, wird kurz rot und schaut etwas beschämt. fickt der herr doktor da etwa grad im röntgenkammerl? ich werde es wohl nie wissen. die türe zu selbigen wird geschlossen. hallo hallo. „so spät?“ wie was.. ich bin eine minute zu spät. 18:16! „aso naja weil“ – sie wartet schon lang. doch früher aus als geglaubt. so sei es. das muss nicht weiter ausgebaut werden.
der geruch, dieser gottverdammte geruch……er macht mich fertig. desinfketionsmittel, karies, zahnstein, h2o, speichel…..alles schwebt, alles riecht. ich hasse es.
na komm da.. da komm. nimm platz. ich fürcht mich jetzt schon.
über dem meinigen stuhl schwebt ein monitor. er zeigt mir bilder von der welt. kroatien, dolomiten, rote felsen sowieso……ich lese „under world“. dass das „water“ durch die teleskophebelei der leuchte verdeckt wird ist mir klar – aber es passt so gut. ich weiß, ich bin in der hölle. bewusst bin ich hier um zu leiden. bewusst leide ich. weil sie lernen muss, leide ich.
mein zahnfleisch blutet und dieser scheiss ultraschallgeber vibriert fast so anständig wie ein bohrer.
schneemann von und zu judas fendrich singt davon am stand von malibu was vergessen zu haben. wenig interessiert mich das. da taucht er wieder ein in mein zahnfleisch.. dieses dünne, spitze vibrierende scheissding. ich hasse alles auf der welt. verkrampfe mich und denke – verkrampf dich nicht. denk dran, was der prof. spiegel sagt – sei locker – sei da. tief einatmen | kurz anhalten beim ausatmen. es gelingt mir nciht. immer wieder ertappe ich mich dabei, meine hände auf und abzuwedeln, meine finger zu krümmen, meine muskeln anzuspannen. ich hasse es für immer. diese scheiss fummelei in meinem mund. ich will da nicht sein, ich will da nichts werken haben, ich will nicht will nicht will nicht.
oft muss ich spucken weil der ultraschall wasser miteinschießt. ich denke der mangelnden erfahrung liegt es zu grunde, dass der sauger nicht sinnvoll platziert wird. ich hebe die hand – spucke, um nicht an wasser und speichel erbrechen zu müssen. es blutet immer noch.
und ich versuch mich wieder zu entspannen. da sehe ich eine quadratische leuchte – deren bodenplatte in die decke eingelassen ist. „bald kommt die runter“ – denke ich bei mir. niemals würde ich das erwähnen – niemals würds der doktor richten lassen.
gerichtet wird erst, wenn was passiert ist UND WENNS PASSIERT IST, passierts nie wieder…..wetten?
bruce springsteen singt. er singt, er sei „on fire“. ich erinnere mich daran mit meiner mutter am gürtel unterwegs gewesen zu sein. ein schönes lied, wie ich finde. ich wollte lauter drehen – da sagt sie, ich soll das wegschalten. nicht bitte oder so blabla… nein. dreh das ab. „warum?“ ja warum.. weil damit keine gute erinnerungen einhergehen. ich will das gar nicht wissen. aber da in dem raum mit den alten geräten und den schmerzen ….da erinnere mich, und lausche, und erfreue mich der klänge und der tatsache, dass ich damit nicht zwingend negatives verbinden muss.
weiter gehts. der ultraschall schallt mir das maul zu. ich überlege den irrsinn zu filmen, aber bin gebannt von unangenehmen rückmeldungen. „ah ..der weisheitszahn“. fast kotz ich los. „ah okay.. der ist zu weit hinten“……..ja, so kann man das sagen.
und wieder rein ins zahnfleisch. ich grunze – „jaja das piekst ein bisschen“. piekst ein bisschen. AM ARSCH! es ist mörderisch. ich bin mir sicher, dass ich ein weichei bin. dass ist nicht meine welt. ich halte keine schmerzen aus. ich halte es nicht aus, ausgeliefert zu sein. immer wieder spiele ich mit dem gedanken zu sagen, dass es mir reicht. ich will nicht mehr. aber wie steh ich dann da? was hätte sie denn davon? was hätte ich denn davon? lächerlich. indianer, kein schmerz, et cetera.
oh ah ja. wie war das? gleich ists vorbei. ich freu mich. dann kommt das polieren.
das polieren. es ist wie ein sanftes streicheln, wie eine frühlingsbrise, wie eine kalte dusche wenn die jeans am körper pickt. sagenhaft dieser wechsel. ich glaube, dass sie zuviel von diesem zeug nimmt, dass nach zahnpasta schmeckt. aber wer bin ich zu kritisieren? wichtig ist mir einzigst, dass sie meine rückmeldungen wahrnimmt. das ist menschlich.. das kann jeder mensch fühlen und sehen und wahrnehmen und einleiten. alles andere ist erlernbar – aber rücksicht nehmen..tja. das tut man, oder tut man nicht. ich bin dankbar, auf absonderliche art.
nach eifriger poliererei (wer sich traut, schaut sich das video an), kommt schleifpapier. eigentlich kein schleifpapier sondern kunststofffolie mit unterschiedlicher kerbung. sofern ich das noch mitbekomm sind da deren drei ausführungen……..von nicht so rau bis rau, eh klar.
und da, weils anscheinend nicht anders geht – zurück in der schmerzenswelt. den streifen zu tief geschilffen und rein ins zahnfleisch. ich schreie. „OH das tut mir leid, tut mir so leid.“ ja keine frage – das kam authentisch. ich bin weder nachtragend noch böse….so gut wie nie. da muss schon viel passieren, dass ich böse werden würde und noch viel mehr um nachtragend zu sein. wurscht. schon vergessen. mach weiter.
ah..okay. gleich hammas. das wars? ja das wars. „wennst magst kannst das selber machen“. mir wird eine zahnbürste gereicht. darauf gut ein tropfen mehr fluor. als dann.. das kenn ich. einfaches spiel. „aber danach nicht spülen!“ ….also gut. dann putz ich halt länger. fertig. spucken.
die zahnbürste darf ich mitnehmen. mir wird das technische labor gezeigt. ja HUSSASA! was ist denn da los?! protesen über protesen. ….“war das da drin oder da?!“.. also ich hab nicht sehr gut aufgepasst. egal. einfach ablegen.. verantwortlich ist da jemand anders. labor cool. viele motoren, viel energie, viel handarbeit, gestalten; viel eher meine welt als in den mündern anderer menschen zu arbeiten – ja. wenn denn, die münder anderer menschen formen!
okay. das wärs denn. ich mag gern ein bier trinken ABER! innerhalb der nächsten stunde kein bier, kein essen, keine tschick. na bumm. gut, dass ich gefragt habe.
als dann.. vielleicht und hoffentlich sehen wir uns bald wieder.
zurück zum fleischmarkt. gegenüber meiner maschine ein gastgarten in dem mann – trinkt bier und isst fleisch. zündung auf ON und ich scheine ihm ins gesicht. es könnt mir nichts egaler sein. alles ruhig. handschuhe an und einfach mal grad aus, nach gefühl nach rechts, dann auf den karlsplatz—wie gings weiter? guter gott!! ich erinnere mich nicht, wie ich heimgefahren bin. aber da ..ist erinnerung deutlich. ich mache eine extra runde und beim zurückkehren hält der pedrosa, besser seine lackierung mitsamt sowieso neben mir. höfliches nicken und von rechts kommt eine honda dazu. HONDA! pah. versnobter, überschätzter prestigescheiss. ich grüße natürlich trotzdem und drehe gleich bei gelb die erste auf 9000U/min. sauber versägt, doch einpendelnd auf 60km/h zeigt mir HONDA, dass er entweder über 1000ccm verfügt oder aber in der 2ten fahrt….so wie er da beschleunigt und die motorbremse wirken lässt, beschleunigt und die motorbremse wirken lässt, beschleunigt……im halbsekundentakt.
bei der nächsten ampel frage ich pedrosa, ob er auf tour war.
nein nein.. nur in die arbeit, jeden tag, mit dem moped. JA GENAU! so wie ich. aber gestern, ja gestern da kam er zurück von italien. wetter okay? ja okay.. einmal regen, aber der rest hat das locker aufwiegen können. ja fein.. einmal lächeln, ampel auf grün…nach vorne. spiegel links, blinker links.
pedrosa zieht (rechts, klar) vorbei .. hebt die hand. ich grüße, ausnahmsweise, rechts zurück – legitim da sowieso bremsend und da kommt auch honda – die hand hebend. ein schöner abschluss. alles grüßt, alles weiß. meine zähne fühlen sich sauber an – hat aber auch schon gar nix mit zähneputzen zu tun..
unfähige arschsau von worpress lässt mich keine videos einbinden.
dann halt billig
->
zahnpolieren